Der Gundermann | Ein Kräuterportrait

Aktualisiert: 7. Apr.

Der Herr des Eiters



Beschreibung des Gundermann


Botanik & Synonyme


Volksnamen: Gundelrebe, Blauhuder, Buldermann, Donnerrebe, Hederich, Erdefeu, Grundrebli, Gundelrieme, Gunelreif, Silberkraut, Soldatenpetersilie, Huder, Udram, Zickelskräutchen Lat: Glechoma hederacea Engl.: Ground Ivy

Fam.: Lippenblütler | Lamiaceae

Blütezeit/Sammelzeit: März bis Juni, aber auch noch später, solange er sprießt

Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Blüten



Gundermann ist ein altes germanisches Gundkraut. Als Gund bezeichnete man Eiter und andere giftige Körpersekrete. Besonders Gundermann galt als „Herr des Eiters“, was seinen hohen Stellenwert in der Volks- und Erfahrungsheilkunde der alten Völker Europas verdeutlicht. Gundermann (Glechoma hederacea) ist ein Kraut, das in vielen Gärten nicht unbedingt auf viel Gegenliebe trifft. Durch das robuste Rhizomsystem der Pflanze kann es sich leicht über viele Flächen ausbreiten. Doch Gundermann, mitunter auch als Gundelrebe oder Erdefeu bezeichnet, ist viel mehr als ein „Unkraut“. Hildegard von Bingen empfahl die Verwendung der Pflanze gegen Kopf- und Ohrenschmerzen.


Als Gund bezeichnete man Eiter und andere giftige Körpersekrete

Heute wird er von Kräuterkundigen gegen Abszesse, Atemwegserkrankungen oder auch bei Nierenproblemen verwendet. Auch in der Küche findet der Gundermann seinen Platz. Ein alter Brauch bei unseren Vorfahren war es, Kränze aus den langen und biegsamen Stängeln des Gundermanns herzustellen. Die Kränze waren ein Zeichen der Verbundenheit mit der Natur und den Göttern. Früher setzte man sich zur Walpurgisnacht Gundermann-Kränze auf den Kopf. Solch ein Kranz sollte den Träger oder die Trägerin befähigen, Hexen zu erkennen. Vor der Kultivierung des Hopfens wurde der Gundermann aufgrund seiner Bitterstoffe zur Konservierung von Bier genutzt.







Bestimmungsmerkmale


Hauptblütezeit: März bis Mai

Blütenfarbe: blau-violett

Blütenform: Lippenblüte, der Kelch ist röhren- bis glockenförmig

Blätter: Blätter nieren- bis herzförmig, je 2-3(5) Blüten in den Blattachseln

Vorkommen: Der Gundermann ist im Großteil Europas verbreitet. Er fehlt nur auf den Balearen, Kreta, den Färöern, Island, Spitzbergen und in der Türkei. In Mitteleuropa ist er sehr häufig.

Verbreitungsschwerpunkt: Der Gundermann kommt bevorzugt auf feuchten, schweren, fruchtbaren sowie kalkhaltigen Böden vor. Feuchte Wiesen, lichte Wälder, Gärten und Böschungen werden bevorzugt.

Wuchshöhe: ca. 10 cm bis 30 cm

Typisch: Kriechende Pflanze, Blätter duften beim Zerreiben aromatisch








Die Heilkräfte des Gundermann


Hauptanwendungen


Schlecht heilende Wunden


Anwendungsbereiche


Blasenschwäche, Chronischer Schnupfen, Chronischer Husten, Arthritis und Rheuma, Bronchitis, Magen-Darm-Katarrh, Durchfall, Wunden, Nierenschwäche, Rekonvaleszenz, Ausleitung von Schwermetallen (besonders Blei)



 
 

Heilwirkung


entzündungshemmend, schleimlösend, stoffwechselfördernd


Inhaltsstoffe


ätherische Öle, Bitterstoffe, Cholin, Flavonoide, Gerbstoffe, Kalium, Saponine, Vitamin C





Hausapotheke und Küche


Hausapotheke


Äußerlich kann der Gundermann für schlecht heilende Wunden, vor allem bei Eiter verwendet werden. Dazu kannst ein Pflanzenöl, Kompressen oder Salben verwendet werden. Innerlich dient er der Anregung des Stoffwechsels und hilft bei langwierigen Krankheiten. Auch hier besteht der Bezug zum Eiter. So hilft er bei chronischer Bronchitis, chronischem Schnupfen, leichteren Magen- und Darmbeschwerden, Blasen- und Nierenkrankheiten. Hierfür eignet sich eine Tinktur. Seltener wird das Kraut auch bei Appetitlosigkeit genutzt. Insofern die Pflanze bei Erkältungen zur Anwendung kommt, kann ein Erkältungstee zusammen mit Schafgarbe und Lindenblüten zubereitet werden. Bei äußerlichen Beschwerden, wie z.B. Ekzemen oder Gicht kann man Gundermann als alleiniges Kraut oder als Zutat für ein Kräuterbad nutzen. Hier können pro Liter Wasser etwa eine Hand voll frisches Gundermannkraut verwendet werden.Äußerlich kann der Gundermann für schlecht heilende Wunden, vor allem bei Eiter verwendet werden.





Dazu kannst ein Pflanzenöl, Kompressen oder Salben verwendet werden. Innerlich dient er der Anregung des Stoffwechsels und hilft bei langwierigen Krankheiten. Auch hier besteht der Bezug zum Eiter. So hilft er bei chronischer Bronchitis, chronischem Schnupfen, leichteren Magen- und Darmbeschwerden, Blasen- und Nierenkrankheiten. Hierfür eignet sich eine Tinktur. Seltener wird das Kraut auch bei Appetitlosigkeit genutzt. Insofern die Pflanze bei Erkältungen zur Anwendung kommt, kann ein Erkältungstee zusammen mit Schafgarbe und Lindenblüten zubereitet werden. Bei äußerlichen Beschwerden, wie z.B. Ekzemen oder Gicht kann man Gundermann als alleiniges Kraut oder als Zutat für ein Kräuterbad nutzen. Hier können pro Liter Wasser etwa eine Hand voll frisches Gundermannkraut verwendet werden.



 

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Küche


Der Gundermann schmeckt angenehm würzig und kann hervorragend als Küchengewürz, für Kräuteraufstriche, Kräutersuppen, Kräuterbutter, für Smoothies usw. verwendet werden. Gundermann gibt Gerichten dank seines pikanten, leicht scharfen und bitteren Geschmacks eine interessante Note. Bei der Verwendung sollten allerdings nicht zu viele Kräuter zugeführt werden, da dieser vom Geschmack her leicht dominieren kann. Er gibt Speisen einen pikanten, leicht scharfen und bitteren Geschmacks eine interessante Note. Gundermann passt in der Küche auch sehr gut zu Pfannengerichten, wie z.B. Bratkartoffeln oder auch zu deftigen Eiergerichten.





Gundermann ist auch ein wichtiger Bestandsteil der Gründonnerstagssuppe. Einige Teilnehmerinnen unserer Kräuterworkshops haben mir auch den Tipp für die Verwendung in der Rindsuppe gegeben. Hierfür wird Gundermann genauso wie Liebstöckl am Ende des Kochvorganges in die Suppe gegeben. Auch in der süßen Küche findet das würzige Kraut Verwendung, zum Beispiel in einer Gundermann Creme. In der gehobenen Küche werden Gundermann-Blätter in Zartbitterschokolade getaucht und als Dekoration verwendet..


Achtung! Gundermann ist in der Regel gut verträglich. Gundermann sollte jedoch nur in normalüblichen Mengen eingenommen und nicht überdosiert werden. Zu hohe Dosen von Gundermann können unter Umständen Übelkeit auslösen. Verantwortlich ist hierfür der Bitterstoff Glechomin. Dieser Bitterstoff ist auch dafür verantwortlich, weshalb die Gundelrebe bei vielen Tieren nicht verfüttert werden darf. Gundermann ist insbesondere für Pferde giftig.



Quellennachweis:


https://www.heilkraeuter.de/lexikon/gunder.htm

https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Gundermann.html

https://www.vorsichtgesund.de/glossary/gundermann-glechoma-hederacea/

https://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/gundermann/

https://www.pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-a-z/%C3%BCbersicht-a-h/gundermann-gew%C3%B6hnlicher/



Gutes Gelingen und viel Spaß beim Nachmachen wünschen


Mike & The Muse



 

WICHTIGER HINWEIS | DISCLAIMER


Die Beschreibung der Kräuter und Gewürze stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie sollen als Ergänzungen zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzen nicht die ärztliche Meinung. Auch Hausmittel können Nebenwirkungen haben und sind nicht generell für jeden geeignet. Sprechen Sie deshalb vor der


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