Der duftende Holunder | Ein Kräuterportrait

Aktualisiert: 7. Apr.

Der Schutzbaum des häuslichen Friedens




Bestimmung und Beschreibung

Botanik & Synonyme

Volksnamen: Holler, Holder, schwarzer Flieder

Lat: Sambucus nigra

Engl.: Elder

Fam.: Moschuskrautgewächse

Blütezeit: Ende Mai bis Mitte Juli

Winterhart



Die Mythologie hinter dem Holunder


Um den Holunderbaum ranken sich seit Jahrhunderten und quer durch die Kulturen etliche Mythen und Sagen. So finden wir heute bei den Kelten, den Germanen und in späteren Zeiten auch bei den Christen Belege dafür, dass der Holler eine beachtliche Bedeutung hatte.


Auch der Bezug zur germanischen Muttergöttin Holda ist kein Zufall. Der Name bedeutet ‚die Scheinende‘. Sie wurde als Hausgöttin verehrt und war zudem die Schutzpatronin für Menschen und Pflanzen. Sie konnte Menschen heilen, verkörperte die Güte der Mutter Erde und das Strahlen des Himmelslichtes.

Im druidischen Jahreskalender ist der Holler der 13te und letzte Jahresbaum. Mit ihm wird das Jahr beschlossen. Er steht nicht nur für den Tod sondern auch für die Wiedergeburt.

Bei einem derartig breiten mythologischen Hintergrund wundert es nicht, dass der Holunder in der Volksmedizin einen sehr hohen Stellenwert hat.







Die Heilkräfte des Holunder


Heilwirkung


anregend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, krampflösend, pilztötend, schleimlösend, schweißtreibend


 
 

Anwendungsbereiche


Abwehrschwäche, Abszesse, Akne, Blasenenzündung, Bindehautentzündung, Bronchitis, Erkältung, Erschöpfung, Fieber, Furunkel. Fußschweiß, Gelenkentzündung, Gürtelrose, Hämorrhoiden, Heiserkeit, Heuschnupfen, Hexenschuss, Insektenstiche, Ischias, Juckreiz, Knieschmerzen, Kopfschmerzen, Rheuma, Schnupfen, Sonnenbrand, Verstauchung, Verstopfung, Wunden, Zahnschmerzen



 

Erkältet? Lies hier welche Kräuter dir jetzt helfen können

 



Inhaltsstoffe


Rutin, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Glykoside, Lektin (giftig), Flavonoide, Vitamine, Mineralstoffe.




Holunderblüten


Beginnen wir mit den herrlich duftenden Blüten des Hollers. Die Blüte beginnt gegen Ende Mai und dauert bis ca. Mitte Juli. Die getrockneten Hollerblüten enthalten eine Menge Vitamin C und ätherische Öle. Als Tee eingesetzt wirken sie schleimlösend, schweißtreibend und dadurch auch entgiftend. Durch diese Eigenschaften eignet sich der Tee hervorragend bei fiebrigen Erkältungskrankheiten.

Hier findest du ein tolles, von der Kräutermuse nachgekochtes, Rezept für das traditionelle 'Hollerblütengelee'.




Holunderblätter


Die Blätter enthalten besonders viele Gerbstoffe was sie, als Tee getrocknet, zu einem guten Heiler bei Rheuma und Gicht machen können. Zudem wirken die frischen Blätter entzündungshemmend und abschwellend und werden gegen Insektenstiche eingesetzt.

Verwechslungsgefahr


Hauptsächlich kann der Holunder mit dem giftigen Attich verwechselt werden. Die Blätter der krautigen, auch Zwerg-Holunder genannten Pflanze sind größer, länglicher und schmäler als die des Holunders. Seine Beeren haben eine leichte Delle und die Pflanze wird mit insgesamt nur 1,5m Höhe weit nicht so groß wie der Holunderbaum.


ACHTUNG!

Blätter, Beeren und Rinde sind wegen des Inhaltsstoffes Lektin in rohem Zustand leicht giftig!



Viel Spaß beim Sammeln


Mike & The Muse


WICHTIGER HINWEIS | DISCLAIMER

Die Beschreibung der Kräuter und Gewürze stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie sollen als Ergänzungen zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzen nicht die ärztliche Meinung. Auch Hausmittel können Nebenwirkungen haben und sind nicht generell für jeden geeignet. Sprechen Sie deshalb vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen.


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