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Die Schafgarbe – Ein Kräuterportrait

Aktualisiert: 11. Apr.

Die ‘Gebärmutter-Heilpflanze’


Schafgarbe verkehrt aufgehängt
Schafgarbe in unserem Trockenschuppen

Beschreibung der Schafgarbe

Botanik & Synonyme


Volksnamen: Augenbraue der Venus, Bauchwehkraut, Blutkraut, Blutstillkraut, Frauenkraut, Frauendank, Gotteshand, Grillengras, Katzenkraut, Margaretenkraut, Katzenschwanz, Lämmerzunge, Schafrippen, Schafzunge, Tausendblatt, Teekraut Lat: Achillea millefolium Engl.: Yarrow Fam.: Korbblütler – Asteraceae Blütezeit/Sammelzeit: Hochsommer

Verwendete Pflanzenteile: das ganze blühende Kraut, Blüten




Die Schafgarbe ist eine beliebte klassische Heilpflanze, die für die Verdauungsorgane und Frauenleiden eingesetzt werden kann. Äußerlich kann sie ähnlich wie die Kamille verwendet werden. Der lateinische Gattungsname stammt aus der griechischen Mythologie: Achill wurde bei der Belagerung von Troja vom vergifteten Pfeil tödlich an der Ferse getroffen. Die Göttin Aphrodite riet ihm Schafgarbe zu verwenden, um seine Schmerzen zu lindern. Noch heute wird Schafgarbe im Volksmund Achillenkraut genannt. Zu kriegerischen Zeiten wurde Schafgarbe als unfehlbare Pflanze gegen Verletzungen mit der blanken Waffe gerühmt.


Die „Augenbraue der Venus“ soll auf seelischer Ebene auch das Unter- und Entscheidungsvermögen stärken und sie hilft zu erkennen, was richtig für uns ist.

Der volkstümliche Name „Schafgarbe“ rührt daher, dass erkrankte Schafe das Kraut gerne fressen, um sich selbst zu kurieren. Wie erwähnt, wird sie bei den unterschiedlichsten Frauenleiden eingesetzt. So kann diese z.B. bei zu starken oder anhaltenden Regelblutungen verwendet werden. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet sind Unterleibsentzündungen und das ätherische Öl in der Pflanze vertreibt Pilze und Bakterien, die oft verantwortlich für Vaginalinfekte sind. Besonders hervorzuheben ist auch die Fähigkeit der Schafgarbe bei den Venen den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu fördern. Dadurch wird der Kreislauf verbessert und venöse Beschwerden wie Krampfadern, dicke geschwollene Füße, Durchblutungsstörungen des Herzens und die Schaufenster-Krankheit werden positiv beeinflusst.



Bestimmungsmerkmale der Schafgarbe


Hauptblütezeit: Juni bis Oktober

Blütenfarbe: weiß (selten auch hellrosa).

Blütenform: kleine Blütenköpfe mit fünf zungenförmigen Blüten in trugdoldenartigen Blütenständen.

Vorkommen: Die Gemeine Schafgarbe ist in den gemäßigten Bereichen Europas, Amerikas und Asiens weit verbreitet. In Höhenlagen ist sie bis 2.500 Meter zu finden, in den heißen Mittelmeergebieten jedoch recht selten.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Schafgarbe gedeiht auf Äckern, (trockenen) Wiesen, Weiden, auf Geröllhalden und an Weg- und Straßenrändern. Die Pflanze ist genügsam und mag keine Staunässe, sie liebt einen sonnigen Standplatz, kombiniert mit einem stickstoffhaltigen Boden.

Wuchshöhe: ca. 20 cm bis 100 cm;

Typisch: dichte Scheindolde mit zahlreichen, 4 bis 10 mm großen Blütenkörbchen, Blätter mit sehr vielen kleinen Zipfeln, Stängel aufrecht und sehr zäh;

Die Heilkräfte der Schafgarbe


Optimaler Erntezeitpunkt


Geerntet wird das Kraut im blühenden Zustand von Juni bis September


Hauptanwendungen [1]


Wässriger Auszug (Tee)


Bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen 3-4-mal täglich 2-4 g Schafgarbenkraut oder 2- mal täglich 1,5-2 g Schafgarbenblüten mit 250 ml heißem Wasser übergießen, zugedeckt ziehen lassen und nach 10-15 min abseihen. Bei Appetitlosigkeit den ungesüßten Tee jeweils 30 min vor, bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten trinken.


Bei krampfartigen Schmerzen während der Menstruation 2-3-mal täglich 1-2 g Schafgarben-kraut oder -blüten mit 250 ml heißem Wasser übergießen, zugedeckt ziehen lassen und nach

10-15 min abseihen.

Zur Wundbehandlung 2-3-mal täglich 3,5 g

Schafgarbenkraut oder 1,5 g Schafgarbenblüten mit 250 ml heißem Wasser übergießen, zugedeckt ziehen lassen und nach 10-15 min abseihen. Das abgekühlte Infus für Umschläge und Kompressen

verwenden.

Tipp: Das Infus kann man mit 5-10 Tropfen Tinktur versetzen und so einen höheren Gehalt an ätherischen Ölen und damit eine stärkere Entzündungshemmung erreichen!

Frauenkrankheiten



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Historische Illustration der Schafgarbe


Ethanolisch-wässriger Auszug (Tinktur)


Sowohl aus dem Schafgarbenkraut wie auch aus den -blüten kann man eine Tinktur mit höherem Ethanolgehalt (ca. 70% v/v) herstellen, wenn man das entzündungshemmende ätherische Öl betonen möchte. Mit einem niedrigen bis mittleren Ethanolgehalt (30-50 % v/v) sind die appetit- und verdauungsfördernden sowie krampflösenden Bitterstoffe wirksamer.

3-4-mal täglich 20 Tropfen einnehmen.


Auszug mit fettem Öl


Bei einem Auszug mit fettem Öl steht das ätherische Öl im Vordergrund und damit die entzündungshemmende und wundheilende Wirkung auf die Haut.

Anwendungsbereiche


Akne, Angina Pectoris (unterstützend), Appetitlosigkeit, Afterjucken, aufgesprungene Hände, Augenringe, Blähungen, Bluthochdruck, Blutungen, Diabetes, Durchblutungsstörungen, Durchfall, Ekzeme, Erkältung, Gesichtsrose, Gicht, Gürtelrose, Gallenkoliken, Gastritis, Geschwüre, Hämorrhoiden, Herzschwäche, Kopfschmerzen, Krampfadern, Kreislaufschwäche, Menstruationsbeschwerden, Neuralgien, Nierenschwäche, Östrogen-Dominanz, Rheuma, Schaufenster-Krankheit, Schnupfen, Schuppenflechte, Sonnenbrand, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Wechseljahresbeschwerden, PMS, Weißfluss, wunde Brustwarzen beim Stillen, Wundheilung,

Heilwirkung [1] + [2]


entzündungshemmend, appetitanregend, verdauungsfördernd, gallenflussfördernd, zusammenziehend, blutreinigend, blutstillend, krampflösend, Gefäß tonisierend, antibakteriell, blähungshemmend, (menstruations-) blutungsregulierend, keimwidrig, wundheilungsfördernd,

sekretionsanregend, tonisierend und laut neueren Studien leberprotektiv und antihepatotoxisch.

Äusserlich: wundheilungsfördernd



Indikationen Erfahrungsheilkunde [2]


Menstruationsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden mit Krämpfen, Völlegefühl und Blähungen. Äußerlich zur Wundbehandlung, blutende Wunden, Hämorrhoiden (Sitzbad), Vulvitis, Kolpitis, Fluor vaginalis, Pelvipathia vegetativa (Sitzbäder).



Indikationen nach Monografien


Innere Anwendung


Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden wie leichte krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.


Sitzbäder


Pelvipathia vegetativa (schmerzhafte Krampfzustände psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau).

Symptomatische Behandlung leichter krampfartiger Menstruationsbeschwerden, kleine oberflächliche Wunden, leichte Haut- und Schleimhautentzündungen.


Darreichungsformen


Tee, Frischpflanzenpresssaft, Tinktur, Arzneiwein (50 g Blüten/Kraut auf 0,7 | Weißwein, 10 Tage ziehen lassen), Wildgemüse


Tagesdosis


4,5 g Schafgarbenkraut, 3 g Schafgarbenblüten, 3 TL Frischpflanzenpresssaft. Sitzbäder: 100 g Droge (herba)/20 | Wasser.

Nebenwirkungen


Selten Kontaktallergie bei äußerlicher Anwendung möglich.

Gegenanzeigen


Überempfindlichkeit gegen Schafgarbe o. a. Korbblütler.

Teezubereitung


1 TL Droge (1,5 g) mit 1 Tasse heißem Wasser überbrühen, 7 Min. bedeckt ziehen lassen und abgießen. 3-4 x tägl. eine Tasse frisch bereiteten Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken. Für die äußerliche Anwendung (Umschläge, Kompressen, Teilbäder) 1 EL Kraut mit 1 Tasse heißem Wasser überbrühen, 10 Min.bedeckt ziehen lassen und abgießen.

Rezepturen/Dosierungen

Sitzbad bei Unterleibsbeschwerden

100 g Schafgarbenkraut mit 1-2 | heißem Wasser übergießen, 20 Min. bedeckt ziehen lassen, abgießen und dem Badewasser zugeben. 20 Min. baden und dabei darauf achten, dass die Nierengegend unter und das Herz über dem Wasserspiegel liegen. Dann 1 Stunde nach ruhen.

Inhaltsstoffe [1]


Ätherisches Öl (Linalool, α-Bisabolol, Azulen, Eukalyptol, Gerbstoffe (v.a. Tannine), Flavonoide (u.a. Glykoside von Apigenin und Luteolin, Rutin, Vitexin sowie Aglyka wie Artemetin, Centaureidin), Korbblütlerbitterstoffe (Sesquiterpenlactone wie Achillicin = Proazulen), Cumarin


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Achtung!! Bei den schweren Erkrankungen, bei beispielsweise Angina Pectoris oder äußerlichen Blutungen darf man die Schafgarbe natürlich nur unterstützend einsetzen. Die sonstige Behandlung bleibt dem Arzt überlassen. Wegen seines hohen Gehaltes an Thujon sollte das ätherische Öl der Schafgarbe während einer Schwangerschaft gemieden werden. Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergieneigung können von der Schafgarbe eine Wiesendermatitis bekommen. In diesem Fall sollte man den Hautkontakt mit der Schafgarbe meiden. Weiteres ist eine Schafgarben-Allergie möglich, auch in Form einer Kreuzallergie gegen andere Korbblütler.


Hausapotheke und Küche


Hausapotheke


Schafgarbe kann man als Tee oder als Tinktur anwenden. In diesen Zubereitungsformen eignet sie sich für die innere und äußerliche Anwendung. Aufgrund ihrer hautheilenden Wirkung eignet sich die Schafgarbe auch sehr für Cremes und Salben. Das ätherische Öl ist sehr kostspielig, aber eine wertvolle Rarität. Verdünnt kann man es für Massagen, Kompressen, Sitzbäder, Fußbäder und in der Duftlampe einsetzen. In Vollbädern eignet sich Schafgarbentee beispielsweise gegen Neuralgien. Auch gegen Geschwüre, schlecht heilende Wunden und Schuppenflechte eignet sich die äußerliche Anwendung.





Die Schafgarbe als Frauenkraut


[1] --> »Viel Unheil würde erspart bleiben, wenn Frauen ab und zu einmal nach Schafgarben greifen« - ein Zitat von Sebastian Kneipp, der die Schafgarbe - wie übrigens auch Paracelsus - als wichtige Heilpflanze der Frauenheilkunde zuordnete. Sie verhilft zu regelmäßiger Monatsblutung, wirkt krampflösend bei Bauchkrämpfen während der Menstruation und unterstützt mit ihrer antiphlogistischen Wirkung bei Entzündungen der Vaginalschleimhaut und bei Ausfluss. Hier sollen vor allem die leicht rosa gefärbten Schafgarbenblüten besonders heilkräftig sein.


Bekanntheit erlangte die Schafgarbe auch aufgrund ihrer blutstillenden Wirkung. Gerne wird sie in Form wässriger Auszüge bei Nasen- und Zahnfleischbluten, als Sitzbad bei blutenden Hämorrhoiden oder zur Heilung eines Dammschnitts nach der Geburt eingesetzt.


[2] --> „Schafgarb im Leib tut wohl jedem Weib", dieser alte Spruch besagt schon, dass die Schafgarbe Frauen in allen Lagen unterstützt, vor allem bei Menstruationsstörungen, wo sie krampflösend, keimhemmend, menstruationsregulierend und blutstillend wirkt. Geheimrat Goethe betonte in seinem „Götz von Berlichingen" die hämostyptische Kraft bei Beschwerden des verletzten Ritters: „Sie stillt das Blut, gibt neue Kraft." Achillea fördert eine zu geringe und hemmt eine zu starke Blutung, sorgt für eine gute Durchblutung und Durchwärmung aller Organe des kleinen Beckens und lindert schmerzhafte Unterleibskrämpfe.


Das „Jungfernkraut" reguliert den oft noch schwankenden Monatszyklus junger Mädchen oder von Frauen in den Wechseljahren. Zur Behandlung schmerzhafter Unterleibskrämpfe haben sich besonders Sitzbäder mit Schafgarbe bewährt. Das ätherische Öl mit seinem der Kamille ähnelnden Chamazulen verhindert Entzündungen und beruhigt zusätz-lich. Die Navajo wussten auch um die durchblu-tungsfördernden wärmenden Wirkungen auf die Beckenorgane: Sie rühmten Achillea wegen ihrer aphrodisierenden Wirkung und tranken 1 Stunde vor dem Beischlaf Schafgarbentee.



Küche


Noch zarte frische Blätter und Triebspitzen (vor Stieltrieb – etwa März bis April), die weichen Blätter unterhalb des Blütenstandes (bis in den September), sowie die Blütenknospen (etwa Mai bis Juni) eigenen sich als würzige Zutat für Gemüsegerichte und Salate. Sowohl junge als auch ältere Blätter eigenen sich als Gewürz und für die Teebereitung und passt in geringen Mengen gut in den Smoothie (erfrischend wie etwa Pfefferminze).



Wichtiger Hinweis | Disclaimer

Die Beschreibung der Kräuter und Gewürze stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie sollen als Ergänzungen zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzen nicht die ärztliche Meinung. Auch Hausmittel können Nebenwirkungen haben und sind nicht generell für jeden geeignet. Sprechen Sie deshalb vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen.


Wir weisen darauf hin, dass


wir uns ausdrücklich von Heilaussagen/Heilversprechen jeder Art distanzieren.

  • alle Maßnahmen und Empfehlungen nur der Krankheitsvorbeugung und Verhütung (Prophylaxe), der Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung dienen.

  • unsere Produkte in keinem Fall eine laufende oder künftige medizinische Behandlung ersetzen.

  • notwendige Besuche bei Arzt und/oder Heilpraktiker in jedem Fall wahrzunehmen sind.


Quellen


[1] Phytotherapie in Theorie und Praxis | Cornelia Stern, Helga Ell-Beiser | at Verlag

[2] Lehrbuch Pflanzenheilkunde | Ursel Bühring | Haug Verlag

 

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