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Der Muskatellersalbei

Aktualisiert: 31. Juli

Den Liebeselixieren der alten Ägypter wurde schon Muskatellersalbei zugesetzt. Ein untrügliches Zeichen ihrer hohen Wertschätzung gegenüber dem aromatischen Kraut.


Lippenblüte Muskatellersalbei
Offene Lippenblüte

Bestimmung und Beschreibung

Botanik & Synonyme [1]


Volksnamen: Muskat-Salbei, Scharlei, Muskatellerkraut, Römischer Salbei Lat: Salvia sclarea Engl.: Clary sage Fam.: Lippenblütler – Lamiaceae Blütezeit: Juni-August Verwendete Pflanzenteile: Kraut und Blüten


Bestimmungsmerkmale [2]


Der Muskatellersalbei ist eine immergrüne zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanze. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 50 bis 110 Zentimetern. Der Stängel wird bis zu einem Zentimeter dick. Im ersten Jahr wird die Blattrosette ausgebildet, im zweiten Jahr entwickelt sich der Blütenstand. Die Spreite der großen Laubblätter ist einfach und herzeiförmig gestaltet sowie grau behaart. Der Blattstiel ist etwa 2 bis 7 Zentimeter lang und kraus behaart. Die Blattspreite ist 7 bis 18 Zentimeter lang und 3 bis 13 Zentimeter breit. Sie ist vorn abgerundet oder kurz zugespitzt, am Rand unregelmäßig gekerbt und auf der Fläche netzig-runzelig. Sie ist beidseitig locker graufilzig oder oberseits verkahlend und dicht mit sitzenden Drüsen besetzt.

Als wärmeliebende Art profitiert der Muskatellersalbei vom fortschreitenden Klimawandel, so dass die vorstehend genannten Größenangaben bei günstigen Bedingungen heute teilweise erheblich überschritten werden

So erreichen die Pflanzen heute teilweise Wuchshöhen bis zu 2 m, an der Basis Stängel-Kantenmaße von 2 cm und Spreiten mit bis zu 30 cm Länge und 25 cm Breite.


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Muskatellersalbei Blüte


Beschreibung vom Muskatellersalbei


Der Muskatellersalbei kommt ursprünglich vom Mittelmeerraum bis Zentralasien vor und gedeiht am besten auf trockenem, steinig-lockerem Lehmboden in warmen Regionen. Er besiedelt Felshänge, Wegränder, trockenes Ödland, Weinbergbrachen, Wälder und Felder bis in Höhenlagen von 2000 Meter. Er steigt in Mitteleuropa kaum höher als der Weinstock (Vitis vinifera) und erreicht im Kanton Wallis kaum über 900 Meter Meereshöhe. In Europa besitzt die Art ursprüngliche Vorkommen in Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ukraine und in der Türkei. [3]

Die Blüten sind für Bienen und andere Insekten attraktiv. In Gärten wird die Pflanze vor allem wegen ihrer großen Hochblätter, des aromatischen Duftes und der guten Wirkung in naturnahen Pflanzungen geschätzt. [4]







Kulinarisches


Die Blätter vom Muskatellersalbei, mit ihrem nussigen Geschmack, finden auch in der Küche, als Würzkraut (Suppen und Saucen) ihre Verwendung. [5]

Frische und junge Blüten des Muskatellersalbeis machen Getränke und Süßspeisen leichter verdaulich und aromatischer, weswegen diese manchmal Bestandteil von Süßigkeiten ist. [15]


Historische Informationen zum Muskatellersalbei [6]


Der Muskatellersalbei wurde schon zur Zeit der Kelten rituell genutzt und spätestens seit der griechisch-römischen Antike als Gewürz und Heilpflanze geschätzt. Als früheste schriftliche Nachweise der medizinischen Verwendung gelten die Schriften von Theophrastus (4. Jahrhundert v. Chr.), Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.) und Plinius dem Älteren (1. Jahrhundert n. Chr.).

Karl der Große führt die Pflanze um 840 n. Chr. in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis unter dem Namen sclareiam in einer Nutzpflanzen- und Obstbaumliste auf, die in allen kaiserlichen Gütern angepflanzt werden sollten, wenn es die klimatischen Gegebenheiten zuließen Im ebenfalls um 840 entstandenen botanischen Lehrgedicht Liber de cultura hortorum des Abtes vom Kloster der Insel Reichenau wird der Muskatellersalbei als Sclarega bezeichnet.


Im Werk Physica (um 1152) der bedeutenden Äbtissin und natur- und heilkundigen Universalgelehrten Hildegard von Bingen wird der Muskatellersalbei u. a. unter den Namen Scharleya und Circula scarleya behandelt.

Im „Gart der Gesundheit“ (Mainz, 1485) von Johann Wonnecke, einem der ersten gedruckten Kräuterbücher in deutscher Sprache, findet man einen Holzschnitt mit einer naturgetreuen Abbildung des Muskatellersalbeis.

„Salvia“ kommt vom lateinischen „salvus“ und bedeutet „gesund“. Erwähnt wurde Salvia erstmals von Plinius. „Sclarea“ lässt sich auf das spätlateinische „Sclareia“ zurück verfolgen. Diese Wortform ist wiederum auf das lateinische „hastula regia“ zurück zu führen und bedeutet „Stängel und Blütentraube des Asphodills“, was eine Liliengewächsgattung bezeichnete, die einst als Schmuck für die Götterbilder verwendet wurde. Später kam das „h“ weg und der Ausdruck wurde zu „astula regia“, dann zu „astlaregia“ und „asclareia“, bis daraus „la sclareia“ wurde. „Hasta“ bedeutet „Stab“, „regia“ – „königlich“. Hierbei könnte vermutet werden, dass der lange Stängel des Affrodills einst als Zepter der Könige gedient hat. Auf den Muskatellersalbei wurde die Benennung spätestens im 3. Jahrhundert angewandt, wahrscheinlich auf Grund seines ein Meter hohen Stängels und wegen des aromatischen Duftes der gesamten Pflanze. [13]




Die Heilkräfte des Muskatellersalbeis


Historisch [7]


Medizinhistorisch wurde der Muskatellersalbei bei folgenden Indikationen eingesetzt:

In der Augenheilkunde bei Linsentrübungen und Fremdkörpern sowie Entzündungen.

Der lateinische Artname sclarea ist abgeleitet von lateinisch clarus = rein, was auf reine Augen hindeutet. Die Samen der Pflanze, kleine Nüsschen, verschleimen, wenn man sie befeuchtet. Sie wurden daher unter das Augenlid gesteckt, um durch die Schleimabsonderung Fremdkörper aus dem Auge zu entfernen.

In der Frauenheilkunde zur Menstruationsregulierung, bei Scheidenausfluss, in der Geburtshilfe zur Förderung der Geburt und Stillung der Blutung, als Aphrodisiakum, gegen Unfruchtbarkeit.

Antiseptische Wirkung: Gegen Schwellungen und Eiterungen zur Wundheilung, bei entzündetem Zahnfleisch, zur Zahnfleischstärkung.

In der Antike wurde die Pflanze bereits als Gewürz- und Zierpflanze genutzt. Aufgrund seiner reinigenden Wirkung wird es auch gegen fettige Haut, Akne, Schuppenbildung und Hautentzündungen eingesetzt. Muskatellersalbei wirkt außerdem erotisierend und kann sexuelle Träume hervorrufen. [11]


Antiödematöse Wirkung: Gegen Schwellungen, bei Beinödemen.

HNO: Gegen Schleimbildung, bei Schnupfen (Niespulver), Husten und Erkältung.

Magen/Darm: Magentonikum, bei Magenschmerzen, gegen Blähungen

Früher nutzten die Kelten diese Pflanze, um aus ihr einen Tee herzustellen, mit dem man sich in rituelle Rauchzustände versetzen konnte. Die Indianer verwenden diese Pflanze immer noch bei ihren Schwitzhütten. [14]


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Derzeitiger Wissensstand


Gegenwärtig (Stand Mitte 2025) stehen vom Muskatellersalbei in Europa zwei verschiedene Arzneidrogen zur Verfügung, für die jedoch in den amtlichen europäischen Arzneibüchern keine Monografien mit anerkannten Anwendungen verzeichnet sind


Muskatellersalbei Blüte 5


Anwendungsbereiche [8]


Salviae sclareae herba


Kraut: Oberirdische Pflanzenteile, die zur Blütezeit geerntet, zerkleinert, von groben Bestand­teilen gesäubert und getrocknet worden sind.


Innere Anwendung:

Verschiedenartigen Verdauungsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, allgemeine Schwächezuständen, Katarrhe, Kopfschmerzen, Krämpfe und Nierenbeschwerden. Appetitlosigkeit. Durchfall. Gastritis


Äußere Anwendung:

Entzündlichen Wunden. Zahnfleischentzündungen

 

Die Wirksamkeit dieser Anwendungen ist nicht belegt.

Grundsätzlich kann das frische Kraut des Muskatellersalbei genauso eingesetzt werden wie der offizinale Salbei. Das in seinem ätherischen Öl enthaltene Sclareol (dem er seinen botanischen Namen verdankt) ist ein Phytohormon, welches östrogenähnlich wirkt. [9]



Die Heilwirkung vom Muskatellersalbei


antibakteriell, adstringierend, krampflösend, menstruationsfördernd, schmerzstillend, tonisierend, verdauungsfördernd

 

 

Kommission E:

keine

ESCOP:

keine

HMPC:

keine


Inhaltsstoffe (Kraut)


ätherisches Öl, Hydroxyzimtsäuren, insbesondere Rosmarinsäure, Flavonoide, Gerbstoffe und weitere phenolische Verbindungen


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Ätherisches Muskatellersalbei Öl


Anwendungen des ätherischen Öls [16]


Anwendungen bislang nur in den Bereichen der Volksmedizin und Aromatherapie, z. B. als Zusatz zu Cremes und Hautölen, Einsatz mit Duftlampen, Raumduft-Diffusern, Duftstäbchen, Gazepad-Inhalationen.

Aus medizinischer Sicht ist eine innere Anwendung des ätherischen Öls ohne fachliche Begleitung nicht zu empfehlen.


Wirkungsweise des ätherischen Öls


Entkrampfend, menstruationsfördernd, menstruationsregulierend


Seelische Wirkung des ätherischen Öls


Anregend, aphrodisierend, entspannend

Der Duft des Muskatellersalbeis wirkt entspannend, fröhlich stimmend, aber fördert auch die Kreativität und Phantasie – ideal für kreative Arbeiten, schmieden von Plänen, erarbeiten von Visionboards und vieles mehr! Es regt die Kreativität an, öffnet für Inspiration und stärkt das Selbstbewusstsein. Weiters wird Muskatellersalbeiöl gerne unterstützend für Traumreise, Duftreisen und Meditation verwendet.

 

Muskatellersalbei hilft bei Beziehungsschwierigkeiten, die durch äußeren Druck oder Stress entstehen, hier soll er nebst seiner aphrodisierenden Wirkung auch die Kommunikation fördern. [10]


Rituell wird er auch noch verwendet, um Visionen bei Meditationen oder in Trance zu verstärken. [12]


Inhaltsstoffe des ätherischen Öls [17]


Hauptkomponenten sind 45 bis 75 % Linalylacetat und 9 bis 25 % Linalool. Weitere Bestandteile sind Germacren D (bis 5 %), β-Caryophyllen (bis 2,5 %), α-Terpineol (bis 4,5 %) und jeweils bis zu 2,5 % Geraniol, Nerol und die zugehörigen Acetate. In Anteilen <1 % liegen Camphen, Limonen, Myrcen, cis-/trans-Ocimen, α-/β-Pinen und eine Vielzahl geruchlich wichtiger Spurenkomponenten, vor allem geradkettige oder verzweigte Paraffin-Aldehyde und -Alkohole, vor. Das relativ schwer wasserdampfflüchtige Sclareol hat auch hormonartige Wirkungen; es wird in Handelsölen nur zu ungefähr 2 % gefunden.


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Nebenwirkungen [11]


Muskatellersalbeiöl gilt aufgrund seiner Zusammensetzung im Vergleich zu Salbeiöl aus Salvia officinalis als weniger problematisch. Trotzdem kann es Hautreizungen, Schleimhautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen. Vor grossflächiger Anwendung ist eine Verdünnung erforderlich.

In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kleinkindern, bei Epilepsie sowie bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Lippenblütlern oder ätherischen Ölen sollte Muskatellersalbeiöl nicht ohne fachliche Beratung verwendet werden. Bei anhaltenden, zunehmenden oder unklaren Beschwerden ist eine medizinische Abklärung erforderlich.


ACHTUNG!!


Es sollte vermieden werden, die Pflanze über einen längeren Zeitraum einzunehmen!

Muskatellersalbei sollte auf keinen Fall während einer Schwangerschaft eingenommen werden, da die Pflanze wehenfördernd ist!


Quellen:


[1], [2], [3], [6], [7], [8], [16]: https://de.wikipedia.org/wiki/Muskatellersalbei

[12], [13], [14], [15]: http://www.gardnerian.de/start2.htm



Viel Spaß beim Sammeln


Mike & The Muse Niklasdorf
Mike Shane | Künstler | dipl.Kräuterpädagoge

Mike & The Muse


WICHTIGER HINWEIS | DISCLAIMER


Die Beschreibung der Kräuter und Gewürze stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie sollen als Ergänzungen zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzen nicht die ärztliche Meinung. Auch Hausmittel können Nebenwirkungen haben und sind nicht generell für jeden geeignet. Sprechen Sie deshalb vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen.



Wir weisen darauf hin, dass



  • wir uns ausdrücklich von Heilaussagen/Heilversprechen jeder Art distanzieren.

  • alle Maßnahmen und Empfehlungen nur der Krankheitsvorbeugung und Verhütung (Prophylaxe), der Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung dienen.

  • unsere Produkte in keinem Fall eine laufende oder künftige medizinische Behandlung ersetzen.

  • notwendige Besuche bei Arzt und/oder Heilpraktiker in jedem Fall wahrzunehmen sind.




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