Der Bärlauch | Ein Kräuterportrait

Aktualisiert: 7. Apr.

Der Bärlauch ist ein ausgezeichnetes Heil- und Gewürzkraut


Beschreibung des Bärlauchs


Botanik & Synonyme


Volksnamen: Bärenkraut, Bärenlauch, Hexenknofel, Hexenzwiebel, Hexenzwiefel, Judenzwiebel, Rams, Ramschel, Ramsel, Ramsen, Ränsel, Teufelsknoblauch, Waldherre, Waldknoblauch, Waldlauch, Wilder Knoblauch, Wilder Knofel, Wurmlauch, Zigeunerzwiebel, Hexenzwiebel, Hexenzwiefel, Ramsen, Zigeunerlauch

Lat: Allium ursinum

Engl.: Ramsons, wood garlic, bear leek

Fam.: Zwiebelgewächse | Alliaceae

Blütezeit/Sammelzeit: April und Mai

Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Knospen Bestimmungsmerkmale

Hauptblütezeit: April und Mai

Blütenfarbe: weiß

Blätter: Die meist zwei, selten ein oder drei grundständigen Laubblätter haben einen 5 bis 20 Millimeter langen Stiel und verbreitern sich abrupt in die 2 bis 5 Zentimeter breite flache, elliptisch-lanzettliche Blattspreite. Die Blattoberseite glänzt und ist von dunklerem Grün als die matte Unterseite. Sein Geruch ist typisch lauchartig.

Blütenform: Die weißen Blüten wachsen kugelförmig. Jede Einzelblüte hat sechs schmale Blütenblätter.

Vorkommen: auf schattigen, nährstoffreichen und feuchten Böden Verbreitungsschwerpunkt:Wuchshöhe: ca. 20-30 cm lang

Typisch: knoblauchartiger Geruch






Im Frühling gibt es Stellen im Wald, die stark nach Knoblauch duften. Dort wächst der Bärlauch, manchmal in großen Familien, denn wenn er erst einmal irgendwo heimisch geworden ist, breitet er sich gerne üppig aus. Der Bärlauch ist eine mehrjährige Zwiebelpflanze. Zwischen Ende Februar und Ende März treiben die länglichen Knollen im Boden die ersten Blätter aus. Die Blätter sind breit-oval, die jeweils einen Blattstängel besitzen, der bei ausgewachsenen Blättern deutlich ausgeprägt ist. Charakteristisch sind die matten Blattunterseiten und die parallelnervigen Blätter. Der Stängel ist dreikantig und hohl. In der Mitte haben die Bärlauch Blätter einen Längsknick. Ihre Blattnerven verlaufen parallel zueinander.


Dass diese Pflanze namentlich dem Bären geweiht war zeigt, dass sie als besonders kräftigend und heilwirksam und mit dem ewigen Leben verbunden war.

Der lateinische Gattungsname „Allium“ bedeutet Lauch und deutet auf die Verwandtschaft zu Lauch, Knoblauch und den Zwiebeln hin. Der lateinische Artname „ursinum“ bedeutet Bär. Bärlauch gehört zu den kräftigen Bärenpflanzen. Der Bär war bei unseren Vorfahren ein Seelentier, ähnlich den Krafttieren bei den Indianern. Diese Seelentiere verkörperten sich in bestimmten Pflanzen und übertrugen so ihre Kraft auf diese. Bärlauch ist eine solche Frühlingspflanze mit Bärenstärke, daher fressen Bären viel vom Bärlauch, um nach dem langen Winterschlaf wieder zu Kräften zu kommen. Und so schenkt er auch uns seine Kraft, wenn wir ihn im Frühjahr ernten und verzehren.


 

 



Die Heilkräfte des Bärlauchs


Hauptanwendungen


Arteriosklerose, Frühjahrskur


Heilwirkung


adstringierend, anregend, antibiotisch, blutreinigend, Cholesterinspiegel senkend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, Galle treibend, harntreibend, hautreizend, schleimlösend, schweißtreibend, Stoffwechsel anregend, tonisierend Anwendungsbereiche Appetitlosigkeit, Asthma, Blähungen, Bluthochdruck, Bronchitis, Durchfall, Durchblutungsstörungen, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Gedächtnisschwäche, Kalte Hände, Kalte Füße, Kopfschmerzen (häufige), Leistungsschwäche, Rheuma, Schlechte Wundheilung, Verdauungsstörungen, Würmer


Inhaltsstoffe


Allicin, ätherische Öle, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Phosphor, Schleimstoffe, Selen, Senfölglykoside, Vitamin C



 

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Hausapotheke und Küche


Hausapotheke


Der Bärlauch fördert nicht nur die Verdauung, sondern verhindert auch Arteriosklerose und senkt den Blutdruck und kann somit sogar Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Dadurch ist der Bärlauch eine wunderbare Pflanze gegen Zivilisationskrankheiten. Wegen seiner knoblauchähnlichen Substanzen wirkt der Bärlauch ähnlich wie der Knoblauch. Er reinigt die Blutgefäße und wirkt dadurch gegen Arteriosklerose. Infolgedessen kann der Bärlauch gegen Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen. Auch gegen alltäglichere Folgen der Arteriosklerose kann der Bärlauch helfen, sei es der Bluthochdruck, die kalten Füße oder Hände, schlechte Hautheilung durch Mangeldurchblutung, Kopfschmerzneigung, Schwindel, manche Gedächtnisstörungen, Schmerzen beim Gehen oder Leistungsschwäche. Außerdem wirkt der Bärlauch stärkend auf den Stoffwechsel und die Verdauung. Man kann ihn auch gegen Frühjahrsmüdigkeit anwenden.





Der Bärlauch in der Küche


Vor ein paar Jahren habe ich den Bärlauch bei uns auf der Artfarm kultiviert. Die Ursprungspflanzen habe ich aus den Wäldern in der Süd-Ost-Steiermark. Und jedes Jahr im Frühjahr freue ich mich sehr, wenn die ersten Spitzen des Bärlauchs hervorkommen. Die Verwendung in der Küche ist vielfältig, ob frisch und feingeschnitten auf einem Butterbrot, als Bärlauchsuppe, als Zutat für die Gründonnerstagssuppe oder in einer Kräuterbutter, als Bärlauchpesto, Bärlauchsalz, als Beigabe in Nudel- oder Risotto Gerichten oder in Kräuteraufstrichen. Weiteres kann man damit ein Bärlauchöl oder einen Bärlauchessig ansetzen.


Achtung! Jeden Frühling gibt es Vergiftungsfälle, die nicht selten tödlich enden. Der Bärlauch wird beim Sammeln immer wieder mit Herbstzeitlosen, Maiglöckchen, geflecktem Aronstab aber auch gelegentlich mit dem Salomonssiegel und verwilderten Tulpen verwechselt.






Durch Kochen verliert Bärlauch seinen strengen Geschmack und wird etwas milder. Ein Vorteil von Bärlauch ist, dass man im Gegenteil zu anderen Zwiebelgewächsen keinen unangenehmen Mundgeruch bekommt. Es ist nicht so einfach, den Bärlauch haltbar zu machen. Da Bärlauch beim Trocknen alle seine Kräfte verliert, ist er als Trockengewürz nicht geeignet. Am allerbesten genießt man den Bärlauch frisch. Die frischen Blätter halten sich leider nur ein bis zwei Tage, im Kühlschrank etwas länger. Man kann den Bärlauch aber relativ gut einfrieren.Tiefgefroren schmeckt der Bärlauch zwar nicht ganz so gut wie frisch, aber deutlich besser als selbst getrocknet. Zum Einfrieren wäscht man den Bärlauch, trocknet ihn ab und schneidet ihn klein. Dann füllt man ihn in kleine Portionsbeutel oder in eine Eiswürfelform und legt ihn in die Tiefkühltruhe. Zum Haltbarmachen eignen sich aber Bärlauch-Pesto, Ölpasten oder Würzöle. Bärlauch-Pesto ist eine klassische Methode, den Bärlauch haltbar zu machen. Dabei wird pürierter Bärlauch mit gerösteten Pinienkernen, Parmesankäse und Olivenöl vermischt. Im Kühlschrank ist solch ein Bärlauch-Pesto mehrere Wochen haltbar. Auch die Knospen des Bärlauchs schmecken sehr gut. Mit diesen kann man auch Bärlauchkapern herstellen.


Bärlauch Rezepte


Bärlauchkapern


Zutaten:

1 Handvoll Bärlauchknospen 125 ml Essig 1 TL Agavendicksaft ½ TL Kräutersalz oder Bärlauchsalz ¼ milde Chilischote entkernt





Zubereitung:

Die Bärlauchknospen waschen, trocken tupfen und in ein sauberes Schraublass füllen. Den Essig mit Agavendicksaft, Kräutersalz und die in feine Streifen geschnittene Chilischote ein paar Minuten köcheln lassen und zu den Knospen ins Glas füllen und anschließend sofort verschließen. Das Glas an einem kühlen Ort stellen und den Inhalt ca. 2 Wochen ziehen lassen. Dann sind die Kapern essfertig. Der daraus gewonnene Bärlauchessig kann dann auch wunderbar als Salatdressing verwendet werden.


Quellennachweis:


https://www.vorsichtgesund.de/

https://heilkraeuter.de/lexikon

https://www.kostbarenatur.net/

https://www.kraeuter-buch.de/

https://baerlauch.die-heilpflanze.de/



Gutes Gelingen und viel Spaß beim Nachmachen wünschen


Mike & The Muse



 


WICHTIGER HINWEIS | DISCLAIMER

Die Beschreibung der Kräuter und Gewürze stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie sollen als Ergänzungen zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzen nicht die ärztliche Meinung. Auch Hausmittel können Nebenwirkungen haben und sind nicht generell für jeden geeignet. Sprechen Sie deshalb vor der


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