Das bittere Schaumkraut Kräuterportrait

Das Bittere Schaumkraut – Ein Kräuterportrait

Das bittere Schaumkraut, eine Verwandte der Echten Brunnenkresse kann mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt punkten und den Stoffwechsel ankurbeln

 

Botanik & Synonyme

 

Botanischer Name: Cardamine amara
Deutscher Name: bitteres Schaumkraut
Englischer Name: Large bitter-cress
Volkstümliche Namen: Falsche Brunnenkresse, Bitterkresse, Steinkresse, Wolfskraut
Gattung: Cardamine
Familie: Kreuzblütengewächs (Brassicaceae)
Hauptblütezeit: April-Juli
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Samen

 

 

Erkennung

 

Beschreibung vom bitteren Schaumkraut

Das Bittere Schaumkraut wächst bevorzugt an feuchten Wegrändern und an kleinen Bächen. Es ähnelt sowohl der Brunnenkresse als auch dem Wiesenschaumkraut. Alle drei Pflanzen sind ja auch miteinander verwandt.

Der Gattungsname Cardamine leitet sich vom griechischen Wort κάςδαμων (kárdamon) für Kresse ab. Den Namenszusatz „amara“ verdankt das Bittere Schaumkraut dem Geschmack seiner Blätter und leitet sich vom lateinischen Wort amárus, -a, um für bitter ab. [1]

Erscheinungsbild und Blatt [2]

Das Bittere Schaumkraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze. Die niederliegenden Stängel treiben wurzelnde Ausläufer mit grundständigen Blättern, die keine Rosetten bilden. Im Frühjahr des zweiten oder Folgejahres bilden sich aufsteigende, gefurchte, stark beblätterte Stängel, die eine Wuchshöhe von 10 bis zu 60 Zentimetern erreichen. Der meist unverzweigte, kahle oder behaarte, kantige Stängel ist markgefüllt. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreite ist unpaarig fiederteilig und besteht meist aus zwei bis vier, manchmal auch bis zu acht Fiederpaaren und einem einzelnen Fiederblatt am Ende, das etwas größer als die anderen ist.

 

 

Blüten-, Fruchtstand, Blüte, Frucht und Samen [3]

Zwei bis dreißig Blüten stehen in einem endständigen, anfangs kurzen, schirmtraubig eingeebneten zusammen, der sich später bis zur Fruchtreife zu einem lockeren, traubigen Blütenstand streckt. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier anliegenden Kelchblätter sind eiförmig und grün. Die vier weißlichen bis seltener rosafarbenen Kronblätter sind 7 bis 12 Millimeter lang, und damit etwa dreimal so lang wie die Kelchblätter. Die Blüten enthalten sechs Staubblätter mit violetten Staubbeuteln. (Unterscheidungsmerkmal zur ähnlichen Brunnenkresse).

Die Blütezeit dauert von April bis Juli.

An aufrecht vom Stängel abstehenden Fruchtstielen stehen stabförmig, gerade Schoten, die eine Länge von 2 bis 4 Zentimeter und einen Durchmesser von 1 bis 2 Millimeter aufweisen. Die Samen liegen in jedem Fach einreihig. Die Fruchtklappen öffnen sich kurz vor der Reife oder auch bei Berührung explosionsartig aufrollend und dabei werden die Samen herausgeschleudert.

In der Pflanzenheilkunde wird das bittere Schaumkraut nur selten eingesetzt. Wenn dann eher als Ersatz seiner beiden Verwandten vor allem gegen Frühjahrsmüdigkeit und Stoffwechselschwäche. Als Wildsalat ist das bittere Schaumkraut angenehm würzig. Es verbindet die Schärfe der Brunnenkresse mit einem gewissen Bitteraroma.

 


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Wissenswertes 

 

Echte oder Falsche Brunnenkresse?

Die Blüten des Bitteren Schaumkrautes, zeigen im Unterschied zur Echten Brunnenkresse, der es im Aussehen und auch in den Inhaltstoffen sehr ähnelt, violette Staubgefäße. Die der Echten Brunnenkresse sind gelb. Außerhalb seiner Blütezeit ist das Bittere Schaumkraut an seinem markgefüllten Stängel zu erkennen.

Eine Verwechslung der beiden sehr ähnlich kressig-scharf schmeckenden Pflanzen ist vom Ernährungsstandpunkt her unproblematisch, da das Bittere Schaumkraut ebenfalls ungiftig ist und ähnliche Eigenschaften aufweist wie die Brunnenkresse. Es enthält allerdings zusätzlich einen noch nicht näher untersuchten Bitterstoff, der für den namensgebenden bitteren Geschmack verantwortlich ist, der der Echten Brunnenkresse fehlt.

 

Die Heilwirkung vom bitteren Schaumkraut

 

Heileigenschaften

Die Anwendung des bitteren Schaumkrautes ist in der Pflanzenheilkunde eher selten. Bei Verwendung als Naturheilmittel wird es vorwiegend bei Frühjahrsmüdigkeit und bei Stoffwechselschwäche eingesetzt. Es regt den Organismus an und hat eine harntreibende Wirkung. Der hohe Anteil an Vitamin C reguliert einen Mangel an diesem Vitamin. Aus diesem Grund wurde es schon früher zur Behandlung von Skorbut (Vitaminmangelerkrankung) eingenommen. Die anregende Wirkung beschleunigt also den Stoffwechsel und hilft bei der Entschlackung.Die Blätter des bitteren Schaumkrautes können auch zur Behandlung von Rheuma als Tinktur verarbeitet werden.

Weitere Inhaltsstoffe im bitteren Schaumkraut sind Senföl und Bitterstoffe. Um die Verdauung und den Stoffwechsel anzuregen, wird getrocknetes Schaumkraut als Tee getrunken. Die getrockneten Blätter werden mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von bis zu fünfzehn Minuten wird der Tee abgeseiht und getrunken.
Durch das enthaltene Senföl ist es bei Infekten und Entzündungen sehr wirksam, vorausgesetzt es werden die frisch geernteten Blätter verwendet.Man kann das bittere Schaumkraut auch getrocknet als Tee trinken, um den Stoffwechsel und die Verdauung anzuregen. Diese Art der Anwendung ist jedoch eher selten und unüblich.

Inhaltsstoffe

Vitamin C, Bitterstoffe, Senföl-Glykosid Glucocochlearin

Heilwirkung

anregend, harntreibend

Bitteres Schaumkraut – Anwendungsbereiche 

Frühjahrskur, Rheuma, Skorbut, Stoffwechselschwäche, Verdauungsschwäche

WICHTIG!

Eine Einnahme bei Kindern unter vier Jahren wird nicht empfohlen.

Durch die Reizung der Magenschleimhaut und der Nieren sollte das bittere Schaumkraut auch nicht während einer Schwangerschaft eingenommen werden. Die Wirkung kann zu Blutungen und im schlimmsten Fall zu einem Abgang führen. Durch die Wehen anregende Wirkung kann eine Frühgeburt eintreten. Sollten Blätter der Pflanze gesammelt werden, ist darauf zu achten, dass diese an sauberen Bachläufen und Gräbern geerntet werden. Auf das Pflücken der Wildpflanze sollte an Bächen, die in der Nähe einer Schafweide liegen, verzichtet werden. Hier besteht die Gefahr, bei der Einnahme ein Leberegel in den Organismus aufzunehmen.

 

Das bittere Schaumkraut als Wildkraut in der Küche

 

Das Bittere Schaumkraut wird wie seine Verwandten, die Brunnenkresse oder das Wiesenschaumkraut am besten frisch für Salate oder Kräuteraufstriche verwendet.
Die Hauptverwendung des bitteren Schaumkrautes liegt in der Wildküche und ist vergleichbar mit der Anwendung der echten Brunnenkresse. Die leicht bitter schmeckenden Blätter sind angenehm würzig und leicht scharf. Frisch gesammelt kommen sie in Kombination mit anderen Wildkräutern als Salat auf den Tisch. Werden die Blätter fein geschnitten, können sie mit Quark vermischt und als Aufstrich gegessen werden. In Broten wird das Schaumkraut als Gewürz beigemengt. Die Verwendung der Blätter sollte sparsam erfolgen, da zu viele auf einmal einen zu bitteren Geschmack verursachen. Durch den bitteren Beigeschmack ist das bittere Schaumkraut auch häufig unter dem Namen Bitterkresse bekannt. Ein Bitterstoff, der vorwiegend zum Geschmack beiträgt, wurde noch nicht näher unter die Lupe genommen.

 

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Quellennachweise:

[1] + [2]: https://de.wikipedia.org/wiki/Bitteres_Schaumkraut
[3] https://www.pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-a-z/%C3%BCbersicht-r-z/schaumkraut-bitteres/
https://medlexi.de/Bitteres_Schaumkraut
https://www.wildfind.com/pflanzen/bitteres-schaumkraut
https://www.heilkraeuter.de/lexikon/bitteres-schaumkraut.htm

 

Wichtiger Hinweis | Disclaimer

Die Beschreibung der Kräuter und Gewürze stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie sollen als Ergänzungen zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzen nicht die ärztliche Meinung. Auch Hausmittel können Nebenwirkungen haben und sind nicht generell für jeden geeignet. Sprechen Sie deshalb vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen.

 


 

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