Der Bärlauch – Ein Kräuterportrait

Der Bärlauch – Ein Kräuterportrait

‚Der wilde Knoblauch ist Speise und Heilkraut zugleich‘

 

 

Botanik und Synonyme

 

Bärlauch
Botanischer Name:
Allium ursinum
Englischer Name:
Ramsons, wood garlic, bear leek
Gattung: Lauch (Allium)
Familie: Zwiebelgewächse (Alliaceae)
Volkstümliche Namen: Bärenkraut, Bärenlauch, Hexenknofel, Hexenzwiebel, Hexenzwiefel, Judenzwiebel, Rams, Ramschel, Ramsel, Ramsen, Ränsel, Teufelsknoblauch
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Knospen
Blütezeit: April-Mai

 

Dass diese Pflanze namentlich dem Bären geweiht war zeigt, dass sie als besonders kräftigend, heilwirksam und mit dem ewigen Leben verbunden war.

 

Bärlauch

                                                                                                                                    

Erkennung

 

Pflanzenbeschreibung des Bärlauch

Im Frühling gibt es Stellen im Wald, die stark nach Knoblauch duften. Dort wächst der Bärlauch, manchmal in großen Familien, denn wenn er erst einmal irgendwo heimisch geworden ist, breitet er sich gerne üppig aus.

Der Bärlauch ist eine mehrjährige Zwiebelpflanze. Zwischen Ende Februar und Ende März treiben die länglichen Knollen im Boden die ersten Blätter aus. Die Blätter sind breit-oval, die jeweils einen Blattstängel besitzen, der bei ausgewachsenen Blättern deutlich ausgeprägt ist. Charakteristisch sind die matten Blattunterseiten und die parallelnervigen Blätter. Der Stängel ist dreikantig und hohl. In der Mitte haben die Bärlauch Blätter einen Längsknick. Ihre Blattnerven verlaufen parallel zueinander.
Der lateinische Gattungsname „Allium“ bedeutet Lauch und deutet auf die Verwandtschaft zu Lauch, Knoblauch und den Zwiebeln hin. Der lateinische Artname „ursinum“ bedeutet Bär.
Bärlauch gehört zu den kräftigen Bärenpflanzen. Der Bär war bei unseren Vorfahren ein Seelentier, ähnlich den Krafttieren bei den Indianern. Diese Seelentiere verkörperten sich in bestimmten Pflanzen und übertrugen so ihre Kraft auf diese. Bärlauch ist eine solche Frühlingspflanze mit Bärenstärke, daher fressen Bären viel vom Bärlauch, um nach dem langen Winterschlaf wieder zu Kräften zu kommen. Und so schenkt er auch uns seine Kraft, wenn wir ihn im Frühjahr ernten und verzehren.

 

 


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Bestimmungsmerkmale

Hauptblütezeit: April und Mai
Blütenfarbe:  weiß
Blätter: Die meist zwei, selten ein oder drei grundständigen Laubblätter haben einen 5 bis 20 Millimeter langen Stiel und verbreitern sich abrupt in die 2 bis 5 Zentimeter breite flache, elliptisch-lanzettliche Blattspreite. Die Blattoberseite glänzt und ist von dunklerem Grün als die matte Unterseite. Sein Geruch ist typisch lauchartig.
Blütenform: Die weißen Blüten wachsen kugelförmig. Jede Einzelblüte hat sechs schmale Blütenblätter.
Vorkommen: auf schattigen, nährstoffreichen und feuchten Böden
Verbreitungsschwerpunkt:
Wuchshöhe: ca. 20-30 cm lang
Typisch: knoblauchartiger Geruch

 

!!!ACHTUNG!!!

Jedes Jahr im Frühling kommt es zu zahlreichen, oft tödlichen Verwechslungen mit Aaronstab, Maiglöckchen, Herbstzeitlose und wilden Tulpenblättern. Auf den ersten Blick scheint es, als ob man die Pflanzen kaum verwechseln könnte. Allerdings kommt es da sehr drauf an wie es dort wo man sammelt aussieht!
Steht man im Wald in einem regelrechten Bärlauchmeer steigt die Verwechslungsgefahr enorm, da man sich zu sehr in Sicherheit wägt. Vor allem deswegen, weil der erste Test, der Geruchstest, wegen des vielen Kontakts verschwimmen kann.
Deswegen haben wir euch hier ein paar bestimmungshelfende Bilder ausgesucht:

 

 

Wie kann der Bärlauch heilen?

 

Haupt-Anwendungen: Arteriosklerose, Frühjahrskur

Heilwirkung: adstringierend, anregend, antibiotisch, blutreinigend, Cholesterinspiegel senkend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, Galle treibend, harntreibend,
hautreizend, schleimlösend, schweißtreibend, Stoffwechsel anregend, tonisierend,

 Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Asthma, Blähungen, Bluthochdruck, Bronchitis, Durchfall, Durchblutungsstörungen, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Gedächtnisschwäche, Kalte Hände, Kalte Füße, Kopfschmerzen (häufige), Leistungsschwäche, Rheuma, Schlechte Wundheilung, Verdauungsstörungen, Würmer,

 Inhaltsstoffe: Allicin, ätherische Öle, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Phosphor, Schleimstoffe, Selen, Senfölglykoside, Vitamin C

 

Die Heilwirkung des Bärlauchs

Er fördert nicht nur die Verdauung, sondern verhindert auch Arteriosklerose und senkt den Blutdruck und kann somit sogar Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Dadurch ist der Bärlauch eine wunderbare Pflanze gegen Zivilisationskrankheiten.
Wer sich an dieser Stelle mehr über Schlaganfallvorbeugung informieren will kann hier einen spannenden Artikel zum Thema lesen:

 https://www.lebensfreude-aktuell.de/schlaganfall-vorbeugen/ 

Wegen seiner knoblauchähnlichen Substanzen wirkt der Bärlauch ähnlich wie der Knoblauch. Er reinigt die Blutgefäße und wirkt dadurch gegen Arteriosklerose. Infolgedessen kann der Bärlauch gegen Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen. Auch gegen alltäglichere Folgen der Arteriosklerose kann der Bärlauch helfen, sei es der Bluthochdruck, die kalten Füße oder Hände, schlechte Hautheilung durch Mangeldurchblutung, Kopfschmerzneigung, Schwindel, manche Gedächtnisstörungen, Schmerzen beim Gehen oder Leistungsschwäche.
Außerdem wirkt der Bärlauch stärkend auf den Stoffwechsel und die Verdauung. Man kann ihn auch gegen Frühjahrsmüdigkeit anwenden.

 

 

 

Der Bärlauch als Wildkraut in der Küche

 

Küche

Vor ein paar Jahren habe ich den Bärlauch bei uns auf der Artfarm kultiviert. Die Ursprungspflanzen habe ich aus den Wäldern in der Süd-Ost-Steiermark. Und jedes Jahr im Frühjahr freue ich mich sehr, wenn die ersten Spitzen des Bärlauchs hervorkommen. Die Verwendung in der Küche ist vielfältig, ob frisch und feingeschnitten auf einem Butterbrot, als Bärlauchsuppe, als Zutat für die Gründonnerstagssuppe oder in einer Kräuterbutter, als Bärlauchpesto, Bärlauchsalz, als Beigabe in Nudel- oder Risotto Gerichten oder in Kräuteraufstrichen. Weiteres kann man damit ein Bärlauchöl oder einen Bärlauchessig ansetzen.
Durch Kochen verliert Bärlauch seinen strengen Geschmack und wird etwas milder. Ein  Vorteil von Bärlauch ist, dass man im Gegenteil zu anderen Zwiebelgewächsen keinen unangenehmen Mundgeruch bekommt.
Es ist nicht so einfach, den Bärlauch haltbar zu machen. Da Bärlauch beim Trocknen alle seine Kräfte verliert, ist er als Trockengewürz nicht geeignet. Am allerbesten genießt man den Bärlauch frisch. Die frischen Blätter halten sich leider nur ein bis zwei Tage, im Kühlschrank etwas länger. Man kann den Bärlauch aber relativ gut einfrieren.Tiefgefroren schmeckt der Bärlauch zwar nicht ganz so gut wie frisch, aber deutlich besser als selbst getrocknet. Zum Einfrieren wäscht man den Bärlauch, trocknet ihn ab und schneidet ihn klein. Dann füllt man ihn in kleine Portionsbeutel oder in eine Eiswürfelform und legt ihn in die Tiefkühltruhe. Zum Haltbarmachen eignen sich aber Bärlauch-Pesto, Ölpasten oder Würzöle. Bärlauch-Pesto ist eine klassische Methode, den Bärlauch haltbar zu machen. Dabei wird pürierter Bärlauch mit gerösteten Pinienkernen, Parmesankäse und Olivenöl vermischt. Im Kühlschrank ist solch ein Bärlauch-Pesto mehrere Wochen haltbar.

Auch die Knospen des Bärlauchs schmecken sehr gut. Mit diesen kann man auch Bärlauchkapern herstellen.

 

Bärlauch

 

 

Rezept Bärlauchkapern

Zutaten

1 Handvoll Bärlauchknospen
125 ml Essig
1 TL Agavendicksaft
½ TL Kräutersalz oder Bärlauchsalz
¼ milde Chilischote entkernt

 

Zubereitung

Die Bärlauchknospen waschen, trocken tupfen und in ein sauberes Schraublass füllen. Den Essig mit Agavendicksaft, Kräutersalz und die in feine Streifen geschnittene Chilischote ein paar Minuten köcheln lassen und zu den Knospen ins Glas füllen und anschließend sofort verschließen. Das Glas an einem kühlen Ort stellen und den Inhalt ca. 2 Wochen ziehen lassen. Dann sind die Kapern essfertig. Der daraus gewonnene Bärlauchessig kann dann auch wunderbar als Salatdressing verwendet werden.

Achtung!

Jeden Frühling gibt es Vergiftungsfälle, die nicht selten tödlich enden. Der Bärlauch wird beim Sammeln immer wieder mit Herbstzeitlosen, Maiglöckchen, geflecktem Aronstab aber auch gelegentlich mit dem Salomonssiegel und verwilderten Tulpen verwechselt.

 

Quellen

www.vorsichtgesund.de/
www.heilkraeuter.de/lexikon
www.kraeuter-buch.de/
www.baerlauch.die-heilpflanze.de/
de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rlauch
www.lebensfreude-aktuell.de

 



Wichtiger Hinweis | Disclaimer

 

Die Beschreibung der Kräuter und Gewürze stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie sollen als Ergänzungen zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzen nicht die ärztliche Meinung. Auch Hausmittel können Nebenwirkungen haben und sind nicht generell für jeden geeignet. Sprechen Sie deshalb vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen.

 


 

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